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Was bewegt Märkte, was bewegt Anleger?

Was bewegt Märkte, was bewegt Anleger?

Hier finden Sie einen Jahresrückblick 2021, als auch den Ausblick auf 2022 der DekaBank.

Rückblick 2021

Diesmal Katers Jahr statt Katers Welt.
Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater schaut auf die wichtigsten Ereignisse im Börsenjahr 2021 zurück.

2021 – Jahr der Überraschungen

„Das Börsenjahr 2021 war insgesamt gut, hielt aber für die internationale Finanzmarktgemeinde eine Reihe von unerwarteten Entwicklungen parat“, zieht Ulrich Kater Bilanz. „Überraschung eins: Zum ersten Mal in der Geschichte – und anders als bei der Finanzkrise vor einem Jahrzehnt – ist der Weltwirtschaft nach einem globalen Schock nahezu die Rückkehr auf den ursprünglichen Wachstumspfad gelungen.“ Ursache für die schnelle Wiederauferstehung der Weltwirtschaft sind die enormen fiskalischen Impulse vieler Regierungen, um die negativen Auswirkungen des Lockdowns abzufedern. Die Kehrseite der Medaille ist Überraschung zwei: Die Inflation feiert ein Comeback. „Kaum ein Marktteilnehmer hatte Preissteigerungen für 2021 auf dem Schirm“, stellt Kater rückblickend fest. „Die Inflation ist im Jahresverlauf zum Megathema an den Kapitalmärkten geworden.“ Die Realität war dabei den Expertenvorhersagen stets einen Schritt voraus. Im Durchschnitt haben Analysten und Ökonomen ihre Inflationsprognosen 2021 von Anfang des Jahres im Durchschnitt verdoppeln müssen. Kater gibt für 2022 nur teilweise Entwarnung: „Wir erwarten zwar eine Beruhigung der gegenwärtigen Preiswelle: Allerdings bleiben die Inflationsraten auf einem höheren Sockel als vor der Corona-Krise.“

Winter/Frühjahr: Ein Pieks bringt Freiheit

Nach weltweiten Lockdowns in den Wintermonaten geht im Frühjahr eine Hoffnung in Erfüllung: der Wunsch nach wirksamen Impfstoffen, die schnell und flächendeckend produziert und verteilt werden können. „Wenngleich sehr unterschiedlich in den Weltregionen verteilt“, hebt Kater hervor. In den führenden europäischen Industrienationen kommen großangelegte Impfkampagnen in Gang. Die Vakzine sorgen dafür, dass die Infektionszahlen sinken und Einschränkungen im öffentlichen Leben zurückgenommen werden. In der Folge erholt sich die Konjunktur – auch deshalb, weil immer mehr Länder Handelsbeschränkungen aufheben. Das Thema Impfen war auch für Anlegerinnen und Anleger interessant. Der Aktienkurs des Impfstoffherstellers Biontech, den die Deka mit an die Börse begleitet hat, konnte sich 2021 in der Spitze nahezu verfünffachen. Auch andere Aktien von Impfstoffherstellern legten deutlich zu.

Frühjahr/Sommer: Boom mit Nebenwirkungen

Frühjahr/Sommer: boom mit Nebenwirkungen

Schneller als von vielen Ökonomen erwartet, springt der Welthandel wieder an. „Zum Jahresende 2021 hat das Volumen nicht nur das Vor-Corona-Niveau überschritten“, resümiert Kater, „es liegt sogar über der Linie des Trendwachstums.“ Doch der Re-Start quasi von null auf hundert überfordert bereits ab Frühjahr zunehmend das weltweite Produktionssystems. Von Rohmaterialien über Vorprodukte, Arbeitskräfte bis hin zu Transportkapazitäten – spätestens im Sommer wird alles knapp. Der weltweite Mangel an Computer-Chips legt die Bänder der deutschen Automobilindustrie zeitweise still. Begehrte Waren wie Tablets, Smartphones, Spielekonsolen oder E-Bikes sind kaum zu bekommen „Die Situation ist durch die Nachfrage der privaten Haushalte entstanden, die auf den Schultern der fiskalischen Stützungsprogramme außergewöhnlich hoch ausfiel“, beschreibt der Deka-Chefvolkswirt die Entwicklung. Angeführt von der US-Wirtschaft, wo die Konsumnachfrage der privaten Haushalte bereits Mitte 2020 das Vor-Corona-Niveau erreicht hatte, stürzten sich die Konsumenten nach dem Ende der Lockdowns auf Güter und Dienstleistungen, die bis dahin nur eingeschränkt oder faktisch nicht verfügbar waren. „Im Zusammenspiel mit den vorsichtigen Planungen der Unternehmen und technischen Problemen beim Hochfahren der Wirtschaft in vielen Ländern führte dies 2021 zeitweise zu einer Chaos-Ökonomie“, sagt Kater. Und: „Lieferengpässe werden die Weltwirtschaft sicherlich auch im kommenden Jahr beschäftigen.“

Sommer: Ein Immobilienriese gerät in Not

Sommer: Ein Immobilienriese gerät in Not

Zahlt er oder zahlt er nicht – die Rede ist von Evergrande. Seit dem Sommer hält der chinesische Immobilienkonzern, immerhin auf Platz 27 in der Branche, die Finanzwelt mit seinen Liquiditätsproblemen in Atem. Zwar gibt es schon seit vergangenem Jahr klare Signale, dass sich das mit 300 Milliarden US-Dollar verschuldete Unternehmen in einer finanziellen Schieflage befindet. Doch viele Investoren hofften auf eine Auffanglösung durch die chinesische Regierung. Die Nachricht, dass Evergrande den Zahlungsdienst auf einige seiner Anleihen ausfallen lassen würde, sorgt deshalb im Sommer für ein weltweites Börsenbeben. Ein Zahlungsaufschub der Gläubiger verhindert zunächst die Pleite. Doch derzeit wachsen wieder die Ängste vor einem Flächenbrand am Markt, weil Evergrande in den vergangenen Wochen abermals verlängerte Zahlungsfristen verstreichen ließ. Auch andere Immobilienentwickler warnen nun davor, dass sie nicht in der Lage sein könnten, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Ratingagenturen wie S&P Global und Fitch haben daher die Bonitätsnoten der chinesischen Bauunternehmen gesenkt. Bei Experten steigt nun wieder die Hoffnung, dass die Regierung in Peking eingreifen wird, um eine größere Welle zu verhindern.  

Herbst: Scherben werden zusammengekehrt

Herbst: Scherben werden zusammengekehrt

Die spektakuläre Pleite des Zahlungsdienstleisters Wirecard beschäftigt nach wie vor die Justiz. Zum einen ist der weltweit gesuchte Wirecard-Ex-Finanzvorstand Jan Marsalek weiterhin auf der Flucht, zum anderen geht es um Schadenersatzansprüche geschädigter Anlegerinnen und Anleger. Im Blickpunkt steht dabei die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, welche die falschen Bilanzen des ehemaligen Konzerns testiert hatte. Nachdem das Münchner Landgericht bisher alle Schadensersatzklagen gegen die Wirecard-Wirtschaftsprüfer abgewiesen hatte, hat sich inzwischen das Oberlandesgericht eingeschaltet. Es rügt den Umgang des Landgerichts mit den EY-Klagen und zudem die Entscheidungen aus der ersten Instanz. Das Oberlandesgericht macht den Anlegern somit neue Hoffnung und empfiehlt sogar ein Musterverfahren.

Nach seiner Bestellung durch den damaligen Finanzminister Olaf Scholz (SPD) trat Mark Branson Anfang August seinen Posten als neuer Präsident der BaFin an. Er soll die deutsche Finanzaufsicht schlagkräftiger und effizienter machen, um einen zweiten Betrugsfall in der Größenordnung von Wirecard zu verhindern. Die Deutsche Börse erweitert derweil zum 20. September die Zahl der Aktien im Dax um zehn auf nun 40 Werte. Die Umstellung ist die gravierendste Reform in der 33-jährigen Geschichte des deutschen Leitindex. Einer der Kernpunkte der künftigen Aufstellung: Neue Indexregeln sollen einen ähnlichen Fall wie Wirecard verhindern. Dazu gehört unter anderem, dass jeder potenzielle Aufsteiger in den Index zwei Jahre lang Gewinne geschrieben haben muss, um überhaupt die Chance zu haben, in den Dax aufgenommen zu werden. Zudem hat die Börse alle Mitglieder in den Dax-Auswahlindizes verpflichtet, ihre testierten Jahresabschlüsse und Quartalsberichte innerhalb bestimmter Fristen vorzulegen. Anderenfalls droht der unmittelbare Rauswurf aus der obersten Börsenliga.

Herbst/Winter: Deutschland hat gewählt

Herbst/WINTER: Deutschland hat gewählt

Die Bundestagswahl hat Deutschland eine neue Regierung beschert. In der Nikolauswoche ist der neue Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gewählt und vereidigt worden. Die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP hat Großes vor: Unter anderem 400.000 neue Wohnungen sollen pro Jahr gebaut, der Klimawandel bekämpft und die Digitalisierung vorangetrieben werden. Außerdem sollen Mieter geschützt und Arbeitnehmer durch einen höheren Mindestlohn bessergestellt werden. „Der Anspruch der Investoren an die neue Bundesregierung ist sicherlich, dass sie andere Schwerpunkte setzt und Themen angeht, bei denen die Vorgängerin eher wenig Veränderung gebracht hat“, formuliert Kater die Erwartung vieler Anleger. Er bezweifelt allerdings, dass die neue Regierung mit ihren ersten Maßnahmen vom Fleck weg einen Boom der deutschen Binnenkonjunktur auslösen kann. „Dazu müssen viele andere Faktoren passen.“

Quelle: DekaBank und fondsmagazin.de
Die enthaltenen Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung der DekaBank zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Diese kann sich jederzeit ohne Ankündigung ändern.

Ausblick 2022 - ein Jahr der Weichensteller

Die Krisen haben die Welt im Griff. Doch der Blick geht voraus: Experten erläutern, was 2022 für Anlegerinnen und Anleger, wirtschaftlich Verantwortliche und das politische Leben bietet.

Detlef Scheele ist für drei Dinge bekannt: Der Chef der Bundesanstalt für Arbeit gilt als sachlicher Analytiker, neigt nicht zu düsteren Prognosen – und ist keiner, der sich mit markigen Worten in die Tagespolitik einmischt. Von daher ist es schon überraschend, dass Scheele die neue Bundesregierung zum Amtsantritt verbal vor sich hertreibt: „Meine Bitte ist einfach, dass ein Impfpflicht-Gesetz fertig in der Schublade liegt“, sagt der Behördenchef. Sonst werde die Corona-Pandemie das Jahr 2022 gerade für geringer qualifizierte Jobsuchende deutlich erschweren, weil etwa Restaurants, Veranstaltungsbranche oder Hotellerie eine Dauer-Lockdownschleife drohe. Das würde die Rückkehr zur Normalität verzögern – selbst wenn keine Omikron-Variante über Deutschland fegt. Scheele ist mit seinen Bedenken nicht allein. Auch die Volkswirte der Deka sehen die gegenwärtige pandemische Lage als größten Unsicherheitsfaktor vor dem Start ins Jahr 2022. „Wir haben deshalb unser Szenario für die Marktentwicklung an die aktuelle Lage angepasst”, erklärt Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte und Strategie bei der Fondsgesellschaft. Schließlich ist bereits das letzte Quartal 2021 durch die vierte Welle verhagelt worden. Neben ihrem Hauptszenario eines abflauenden Corona-Einflusses haben die Prognostiker darum auch ein Alternativszenario durchgerechnet. Würde die Pandemie durch Omikron weiter angefacht, könnte sie anders als bisher prognostiziert auch das erste Vierteljahr prägen – und das Gesamtjahr 2022 belasten. Statt 3,7 Prozent Wachstum würde es dann auf ein Minus von 1,1 Prozent in Deutschland hinauslaufen – und erst im Folgejahr mit 6,7 Prozent Wachstum wieder die Erholung einsetzen.  

DAS ERHOLUNGS-V IST 2022 WELTWEIT ERREICHT

Wahrscheinlicher ist es, dass die Wirtschaft weltweit in allen Regionen 2022 wieder auf dem Wachstumspfad voranschreitet, wie er ohne Corona zu diesem Zeitpunkt auch erreicht worden wäre. Ein Comeback im Turbo-Tempo: Die Wachstumszahlen der Unternehmen sehen sogar noch besser aus als vor einem Jahr von den meisten Beobachtern erwartet – gerade in Europa. Das ist eine gute Startbasis für 2022. Die Weltwirtschaft wird mit größter Wahrscheinlichkeit dynamisch wachsen, so die Experten. „Die V-förmige Erholung ist intakt, der
ursprüngliche Wachstumspfad der Weltwirtschaft bereits wieder erreicht“, analysiert Schallmayer. Und er erklärt auch, warum: Die Nachfrage der Kunden sei nach dem zurückhaltenden Konsum im Jahr 2020 immer noch extrem hoch, dazu komme eine aus Produzentensicht sehr gute Preisentwicklung. Und drittens sind die Auftragsbücher prall gefüllt. „Die Impulse kommen vor allem von den ausländischen Absatzmärkten“, sagt etwa Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien. Ein Pluspunkt für den Exportmeister Deutschland. Steigende Preise, höhere Löhne und ein Rentenplus – das hat allerdings seine Schattenseiten: eine Spirale der Inflation. Die Geldentwertung wird auch 2022 ein prägender Begleiter der Konjunktur sein. Die Europäische Zentralbank (EZB) etwa strebt auf mittlere Sicht knapp unter zwei Prozent Inflation als Idealwert für den Euro-Raum an. Zu hohe Dauerwerte über dieser magischen Schwelle bekämpfen, ohne dabei die Konjunktur zu beeinträchtigen: Da ist Fingerspitzengefühl der Notenbanker gefragt. Die Welt steht so vor einem Jahr der Weichenstellungen durch EZB, US-Zentralbank Fed und Co.
US-Notenbankchef Jerome Powell kündigt bereits an: Wenn sich die Wirtschaft weiter erhole, „könnte eine Drosselung der Anleihekäufe bald angemessen sein“. Der Fed-Chef bereitet die Investoren zudem darauf vor, dass die Fed die Leitzinsen behutsam anheben könnte. Anlegerinnen und Anleger rund um den Globus beobachten dabei genau, was die Notenbanker tun. „2022 wird sich zeigen, ob der Glaube an eine vorübergehende Inflation intakt ist – oder doch erste energische Reaktionen auf eine Preissteigerung nötig sind, die sich nicht wieder von selbst beruhigt“, so Schallmayer. Danach richte sich, wie stark die Weiche gestellt werde.

VIEL MEHR INFLATION ALS ZINSEN

Eines ist klar: Die Inflation ist zurück – aber nach dem deutlichen Prozentplus rund um die Jahreswende wird sie nach allen Prognosen dann doch maßvoller ausfallen. Für 2022 erwarten die Deka-Volkswirte für Euroland eine Inflationsrate von 2,6 Prozent (Deutschland: 3,5) und 2023 von 1,5 Prozent (Deutschland: 1,7). Allerdings bei zugleich anhaltenden oder nur marginal steigenden Niedrigzinsen. Die Folgen für Anlegerinnen und Anleger: Wer sein Vermögen in Staatsanleihen oder kurzfristige Festgelder investiert, wird auch 2022 in eine tiefe Realzinsfalle tappen. Daran wird sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern, selbst wenn die Notenbanker in Trippelschrittchen die Leitzinsen von der Nulllinie anheben. Denn die Inflation ist dann immer noch deutlich höher als durchschnittlich auf Staatsanleihen gezahlte Zinsen. Aktienkurse hingegen können auch durch Phasen anhaltender Leitzinserhöhungen solide hindurchkommen, wie historische Betrachtungen der Deka-Volkswirte eindeutig belegen. Das liegt zum einen daran, dass die Märkte Leitzinserhöhungen mit Augenmaß zumeist in ihre Kurse eingepreist haben. Außerdem gibt es solche Zinserhöhungen häufig gerade dann, wenn auch eine gute Konjunkturphase ansteht, wie es für 2022 und das Folgejahr prognostiziert ist. Die meisten Marktbeobachter rechnen daher wie auch die Deka-Experten damit, dass die Dividenden vor einer Rekordsaison in Deutschland stehen – und auch weltweit hoch bleiben. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist in den meisten Regionen der Welt – ausgenommen die USA – sogar günstiger als vor der Krise.  

EUROPA MIT GUTER WACHSTUMSDYNAMIK

Global gesehen haben im Jahr 2022 alle Regionen gute Chancen, weiter zu wachsen. Und das sogar mit einer ausgeglicheneren Dynamik als noch in früheren Jahren. Denn in China hemmen die Immobilienkrise und der harsche Covid-Lockdown das Wachstum; dennoch liegt es prozentual immer noch deutlich über dem in USA oder Euroland. In den USA müssen wegfallende Staatshilfe-Effekte durch einen stärkeren Jobzuwachs kompensiert werden. „Das sollte gelingen” ist Schallmayer aber angesichts der Prognosen vom US-Arbeitsmarkt optimistisch. Und Europa habe ohnehin positiv überrascht. Gerade in Frankreich sei der Aufholprozess gegenüber dem Jahr vor Corona deutlich schneller gelungen als von den meisten Experten erwartet.

AUCH 2022 WIRD EIN AKTIEN-JAHR

Daraus resultieren für Anlegerinnen und Anleger klare Empfehlungen. Die Ausgangslage für Staatsanleihen bleibt schlecht: Die nominale Verzinsung ist auch auf absehbare Zeit kaum vorhanden, bisher haben lediglich Preisbewegungen die Kurse und damit auch die Renditen bewegt. Jetzt aber werden die Unterstützungen durch Anleihekäufe in aller Welt zurückgefahren. Ab Frühjahr etwa fehlen die Abnahmegarantien seitens der EZB. Der Effekt: Das Risiko wird größer, und das bei abnehmenden Ertragserwartungen. Bei den Unternehmensanleihen sind die Aussichten dagegen gemischt, so Schallmayer: Denn einerseits sind die Firmen durch einen eventuellen Zinsanstieg belastet, andererseits sorgt die gute Konjunktur dafür, dass die Ausfallraten bei Unternehmensanleihen niedriger sind – was die Kurse dieser Papiere stützt. Anlegers Liebling dagegen bleiben auch 2022 ganz klar Aktien: Sie sind fundamental gut unterstützt durch die Unternehmensentwicklungen. Zudem sind die Bewertungen meistens noch günstiger als vor der Krise. Drittes Plus: Steigende Gewinne und Dividendenausschüttungen bei normalen Ausschüttungsquoten sorgen für eine hohe Dividendenkontinuität. Damit bleibt die Dividende ein wesentlicher Baustein des Gesamtertrags von Aktienanlagen. Beim Dax etwa wird allein schon dieser Anteil im Jahr 2022 über der erwarteten Inflationsrate liegen. Absehbare Herausforderungen für die Wirtschaft stellen auch 2022 die Megatrends für Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die neue globale Arbeitsteilung dar. Darauf richten sich auch die Fondsmanagerinnen und Fondsmanager der Deka ein, wie Ralf Dietl, Head of European Equities bei der Deka Investment, betont. Dabei bleiben die Bedingungen für Investitionen in Sachwerte ungebrochen sehr gut – die Aussichten chancenreich. In den Kursschwankungen der vergangenen Wochen sehen viele professionelle Anleger darum durchaus auch Chancen zum Einstieg in die Investition in Unternehmenspapiere. Diese unverändert hohe Attraktivität der Sachwerte könnte in Summe auch 2022 steigende Aktienkurse zur Folge haben. So erwarten die Deka-Experten zum Ende 2022 einen Dax-Höchststand von 17.500 Punkten – das wäre ein attraktiver Aufschlag zu den aktuellen Notierungen. Schönes Neues Jahr – wenn die Impfquote stimmt.

Quelle: DekaBank und fondsmagazin.de
Die enthaltenen Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung der DekaBank zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Diese kann sich jederzeit ohne Ankündigung ändern.

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